
Die Verdammten von Calais
Rüdiger Görner
Szenische Lesung
20.04.2027, 19.30
Stücke sind riskante Tummelplätze, weil zwangsläufig schiefe Ebenen. Ein Ich um das andere erklärt sich auf ihnen bühnenfähig. Es inszeniert sich selbst. Es spielt, redend und schweigend, mit seinen Worten. Dabei zeigt sich, wie es an und in der Zeit und den Verhältnissen leidet.
Im Monolog oder Dialog kann das Ich nicht umhin, dieses auch burleske Leiden zur Kunst werden zu lassen. Davon ‚handeln‘ die provokanten Kammerstücke in Rüdiger Görners Band Die Verdammten von Calais, in denen er als Stimmenimitator im Bernhard‘schen Sinne auf so komische wie abgründige Weise spielerisch erprobt, wie sich Wörter und ihre Sprecherinnen und Sprecher sprachkünstlerisch — und stets lustvoll — auf die Probe stellen.
Rüdiger Görner war bis zu seiner Emeritierung 2023 Professor für Neuere Deutsche und vergleichende Literatur an der Queen Mary University of London und gilt als der bedeutendste Germanist im angelsächsischen Raum. Zugleich ist Görner Autor von Monographien zu Rilke, Bruckner, Trakl, Kokoschka u.a., auch ein mitreißender Kunstvermittler und public intellectual, der regelmäßig sowohl für britische Medien wie auch die F.A.Z. und die Neue Zürcher Zeitung schreibt.
An diesem Abend, den das TNL in Zusammenarbeit mit der Universität Luxemburg organisiert, soll es indes um den Dichter und virtuosen Sprachkünstler Rüdiger Görner gehen: Ausgewählte Dramolette werden in einer (szenischen) Lesung präsentiert, abgerundet durch eine Diskussionsrunde mit dem Autor.
Mit: Rüdiger Görner u.a.
Eine Kooperation:
Théâtre National du Luxembourg, Universität Luxemburg, Institut Pierre Werner
