
Lichtspiel
Daniel Kehlmann/Oliver Vorwerk
Kreation
08.05.2027, 19.30
09.05.2027, 17.00
G. W. Pabst war einer der großen Regisseure der deutschen Stummfilmzeit. Nach der Machtergreifung Hitlers emigriert Pabst in die USA, kann in Hollywood aber nicht reüssieren und beschließt, mit seiner Frau und seinem Sohn zurück zu seiner kranken Mutter nach Österreich zu gehen.
Er begibt sich damit in die Hände des Nationalsozialismus, den er einst als Künstler bekämpft hat. Auf Einladung von Reichs-propagandaminister Goebbels reist Pabst nach Berlin und bekommt von ihm ein unmoralisches Angebot: „Bedenken Sie, was ich Ihnen bieten kann. Zum Beispiel KZ. Was ich Ihnen aber auch bieten kann, ist: alles, was Sie wollen. Jedes Budget, jeden Schauspieler, jeden Film, den sie machen wollen.“ Pabst will Filme machen und startet eine zweite Karriere in Nazi-Deutschland. Er wählt Sujets, die ihm eine gewisse Distanz zur Ideologie der Nazis ermöglichen, doch die Grenzen erodieren immer weiter.
Wo sind also die Grenzen? Kann man rote Linien in einem totalitären System behaupten? Gibt es nach dem mephistophelischen Pakt mit dem Regime noch ein Zurück? Nach der erfolgreichen Aufführung von Die Vermessung der Welt wagt sich das TAK, diesmal in Kooperation mit dem TNL, an ein neues Werk von Daniel Kehlmann. Sein weltweit gefeierter Künstlerroman Lichtspiel durchdringt eine Gesellschaft, die sich politisch radikalisiert, und einen Künstler, der bekennen muss, wo seine Prioritäten liegen.
Regisseur Oliver Vorwerk, der am TNL mit Brechts Leben des Galilei bereits eine viel beachtete Inszenierung vorgelegt hat, taucht mit diesem Text erneut in die Abgründe zwischen Macht und Moral ein.
Regie: Oliver Vorwerk
Bühne und Kostüme: Alexander Grüner
Dramaturgie und Bühnenfassung: Thomas Spieckermann
Mit: Stefan Gebelhoff, Antonia Jungwirth, Georg Melich, André Rohde, Nicole Spiekermann u.a.
TNL Atelier
Eine Koproduktion: TAK Theater Liechtenstein,, Théâtre National du Luxembourg