
Polaris
Jan-Christoph Gockel
Uraufführung
17.03.2027, 19.30
18.03.2027, 19.30
19.03.2027, 19.30
„Nervenzusammenbruch in der Antarktis – russischer Forscher sticht Kollegen nieder“, titelte das Focus Magazin im Oktober 2018. Russische Ermittler kamen zu dem Schluss, dass der Angriff geschah, weil ein Forscher seinem Kollegen immer wieder den Ausgang von Büchern verraten hatte.
Oleg B. und Sergeij S. waren begeisterte Leser und füllten so die langen Stunden in der antarktischen Einsamkeit. Was wie ein ungewöhnlicher Streit über Bücher und Spoiler klingt, offenbart eine komplexe Geschichte über menschliche Grenzen in der unendlichen Weite der Antarktis.
Als Regisseur Jan-Christoph Gockel von dem realen Verbrechen erfuhr, erkannte er darin den Auftakt zu einer größeren, noch ungeschriebenen Geschichte über Zeit, Einsamkeit, Literatur, Naturgewalten und die Frage, wie Menschen unter Extrem-bedingungen funktionieren. Im Januar 2026 reiste das künstlerische Team, Regisseur Jan-Christoph Gockel, Dokumentar- filmer Lion Bischof sowie die Schauspieler*innen Julia Gräfner und Wolfram Koch auf die Neumayer-Station III in die Antarktis. Dort begleiteten sie den Arbeitsalltag, sammelten Bilder, Stimmen und Erlebnisse und brachten sie zurück nach Europa.
Am Ende der langen Reise steht mit dem Projekt Polaris ein surreales Mockumentary-Theaterstück zwischen Fiktion und filmischer Dokumentation, in dem die weiße Landschaft der Antarktis nicht nur zur Landkarte des Erzählens wird, sondern auch zum Spiegel der menschlichen Seele.
Und so hat Gockel einen seiner bewährten Abende entwickelt, in denen spannende Fakten, Filmsequenzen, Querverweise mit lässig unterspanntem Schauspielergestus und viel kabarettistischem Publikumskontakt einhergehen. Menschlich werden wir hier wie immer richtig schön umarmt. Dorothea Marcus, Nachtkritik
Regie: Jan-Christoph Gockel
Bühne, Kostüme: Julia Kurzweg
Dokumentarfilm, Video, Kamera: Lion Bischof
Musik: Anton Berman
Licht: Marco Scherle
Dramaturgie: Daniel Richter
Mit: Julia Gräfner, Wolfram Koch und Anton Berman (Musik)
Eine Koproduktion: Deutsches Theater Berlin, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Théâtre National du Luxembourg
In Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut, gefördert vom DT Freundeskreis und mit freundlicher Unterstützung des Goethe Instituts