
Ein Wenig Licht. Und diese Ruhe
Sibylle Berg/Liss Scholtes
Kreation
04.03.2027, 19.30
05.03.2027, 19.30
10.03.2027, 19.30
20.03.2027, 19.30
21.03.2027, 17.00
25.03.2027, 19.30
Wir befinden uns mitten in der „Zeitenwende“: Kriegstüchtigkeit, Wehrpflicht, Aufrüstung: Worte, die bereits vergessen waren, nun aber wieder allgegenwärtig sind.
Anfangs begrüßt der queere Ingenieur (m/w/d) in Sibylle Bergs Stück Ein wenig Licht. Und diese Ruhe diesen Stimmungs-wechsel – schließlich arbeitet er in der Rüstungsindustrie und profitiert von der wachsenden Nachfrage nach Waffen. Als es jedoch zum Konflikt zwischen Luxemburg und Liechtenstein kommt, die Kämpfe zunehmend blutig werden und er plötzlich selbst zum Dienst an der Front eingezogen werden soll, beginnt er an seiner Einstellung zu zweifeln.
Der Ingenieur begeht Fahnenflucht. Verbarrikadiert in einem Keller, ohne Licht und mit begrenztem Wasservorrat, versucht er dem Kind, das er nie hatte, eine Welt zu erklären, die konsequent auf ihren Untergang zusteuert. Was ist aus den Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung geworden, was aus Begriffen wie Demokratie, Freiheit, Solidarität in einem von ein paar wenigen Tech-Milliardären beherrschten System, das offenbar selbst den Himmel an Google verkauft?
Sarkastisch und dennoch bitterernst, unsentimental und zugleich voller Zartheit und Melancholie stellt Sibylle Berg die Grundfrage nach dem Sinn unseres Tuns und an welchem Punkt in der Geschichte wir als Gesellschaft möglicherweise falsch abgebogen sind. Liss Scholtes, die am TNL bereits Bergs Text Und jetzt: die Welt! fulminant in Szene setzte, wird nun auch ihr neuestes Stück, das auf so humorvolle, ambivalente und erschreckende Weise von der „Zeitenwende“ erzählt, inszenieren.
Regie: Liss Scholtes
Bühne und Kostüme: Christian Andrés Parra Sánchez
Mit: Rosalie Maes, Maik Solbach
Eine Produktion: Théâtre National du Luxembourg