Parterre

Michel Clees / Bernhard M. Eusterschulte

Uraufführung

03.12.2020, 20.00

04.12.2020, 20.00

06.12.2020, 17.00

08.12.2020, 20.00

09.12.2020, 20.00

Sein Bestreben lag darin, es sich heimisch zu machen. Er hatte einen Auftrag zu erledigen. Er ist nie, zumindest nicht wissentlich in einer prekären Situation gewesen. Er hat sich das Parterre ausgesucht, denn es war seinem Auftrag dienlich. Im Parterre konnte man die Vögel gut hören.

 

Von diesem rätselhaften Auftrag handelt das Stück Parterre, in dem Michel Clees, Hausautor der letzten Spielzeit am TNL, gleich drei archetypische Mitglieder einer Wohngemeinschaft zusammenführt: ein im Leben verspätetes Mamasöhnchen, eine engagierte Studentin und einen syrischen Flüchtling, der Döner verkauft.

 

Der überhitzte Wohnungsmarkt mit seinen horrenden Mieten führt heute Leute unter einem Dach zusammen, die sich recht wenig zu sagen haben. Ging es in den siebziger und achtziger Jahren noch um alternative Lebensentwürfe und die Realisierung eines gesellschafts-politischen Wandels im Alltag, haben sich Wohngemeinschaften in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr zu Zweckgemeinschaften entwickelt.

 

Doch in Parterre bohrt Michel Clees tiefer: In der beständigen Selbst-darstellung der einzelnen Protagonisten und dem zerfleischenden Kommentar wird durch die räumliche Nähe einer Wohnung der Andere in seiner Unerträglichkeit erst recht zum Fremden. Wie können diese drei überhaupt zusammenleben, nicht nur in einer Wohngemeinschaft, sondern in der Gesellschaft ganz allgemein gesprochen? So wie jede Wohngemeinschaft auch eine ungewollte Lebensgemeinschaft ist, gerät sie in Michel Clees‘ Parterre zu einem Sinnbild heutiger gesellschaftlicher Verhältnisse.

 

Corona hat Michel Clees, dem Hausautor der letzten Spielzeit, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Kurz vor der Premiere von Parterre im März 2020 stand plötzlich das Land still, die Proben mussten abgebrochen werden. Es ist uns daher eine ausgemachte Freude, sein Stück in dieser neuen Spielzeit endlich zur Uraufführung zu bringen. Bernhard M. Eusterschulte, der bereits einige spannende Inszenierungen am Théâtre National du Luxembourg realisierte und zuletzt eine ungewöhnliche Version von Brechts Antigone, die durch Europa tourte, zeigte, ruft seine Schauspieler*innen erneut zusammen für letzte Proben zu einer Premiere, auf die alle solange gewartet haben.

Regie und Bühne Bernhard M. Eusterschulte

Kostüme Leah Lichtwitz

Musik Roderik Vanderstraeten

Dramaturgie Andreas Wagner

Licht: Daniel Sestak

Assistenz Patrick Gafron

Mit: Robert Atzlinger, Nora Koenig, Arash Marandi

Produktion Théâtre National du Luxembourg

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