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Ödipus/Antigone- von Dante bis Heiner Müller

Eine Lesung

09.01.2022, 17.00

Im Kontext  der Aufführung von Ödipus/Antigone nach Sophokles im Grand Théâtre zeigt das TNL eine Lesung zum gleichen Thema mit den gleichen wunderbaren Schauspielerinnen und Schauspielern.

 

Der griechische Mythos vom thebanischen König Ödipus, der aufgrund eines unheilverkündenden Orakels als Kind ausgesetzt wird und später dennoch unwissend seinen Vater tötet und seine Mutter heiratet, aus deren Ehe die Tochter Antigone geboren wird, die auch zu einem Mythos wird, weil sie dem Willen ihres Onkels, dem König Kreon, trotzend, ihren Bruder Polyneikes beerdigt und somit zum Tode verurteilt wird – diese beiden Mythen sind nicht nur Stoffe, aus denen Sophokles zwei der bedeutendsten Stücke der Dramenliteratur geschaffen hat, sondern sie haben seit mehr als 2000 Jahren immer wieder Dichter, Philosophen, Psychoanalytiker und Künstler begeistert und zu verschiedenen Interpretationen, Nach- und Neuschöpfungen angeregt.

 

So gab etwa Sigmund Freud seiner bedeutendsten Entdeckung den Namen Ödipus-Komplex, bereits vor ihm berief sich Friedrich Nietzsche auf den Schwellfuß, wenn er schrieb: Schon Ödipus wusste sich Trost aus dem Gedanken, dass wir nichts für das können, was wir träumen! Von Dante Alighieri bis zu Voltaire, Hölderlin, Jean Cocteau, André Gide, Hubert Fichte, Heiner Müller, Pier Paolo Pasolini, Michel Foucault und Hélène Cixous reicht die Auseinandersetzung mit dem Ödipus-Mythos — und einige kongeniale Texte, die es in dieser Lesung (wieder-) zu entdecken gilt, sind dabei entstanden. Dasselbe gilt natürlich, vielleicht sogar noch mehr, für den Mythos der Antigone. Hier reicht das Spektrum von Hölderlin und Georg Friedrich Hegel über Goethe, Oskar Wilde, Marguerite Yourcenar, Anton Tschechow bis zu Bertolt Brecht, Nelly Sachs, Rolf Hochhuth, Czelaw Milosz, Yannis Ritsos, Athol Fugard und Jacques Lacan.

 

Wer sich also ein Bild machen will, wie zwei Archetypen der Menschheitsgeschichte in den verschiedensten Epochen immer wieder von einigen der größten Schriftstellern aufgegriffen, variiert, neu beleuchtet und für ihre Zeit verstanden wurden, wird an dieser Lesung mit Schauspielerinnen und Schauspielern aus Frank Hoffmanns Inszenierung Ödipus/Antigone, die am 13. Januar 2022 im Grand Théâtre zur Premiere kommt, seine helle Freude haben.

 

Textauswahl: Olivier Ortolani

Eine Produktion: Théâtre National du Luxembourg

Im Grand Théâtre: Ödipus / Antigone

Nach Sophokles

 

Regie: Frank Hoffmann

Bühne: Ben Willikens

Bühnenbildmitarbeit: Bernhard Eusterschulte

Kostüme: Susann Bieling

Musik und Soundeffekte: René Nuss

Dramaturgie: Florian Hirsch

 

Mit: Nickel Bösenberg, Marie Jung, Wolfram Koch, Jacqueline Macaulay, Maik Solbach, Ulrich Kuhlmann, Marco Lorenzini, Annette Schlechter, Roger Seimetz u.a.

 

Am 13., 14. und 15. Januar 2022 um 20 Uhr im Grand Théâtre

 

Eine Produktion: Théâtres de la Ville de Luxembourg. In Koproduktion mit: Théâtre National du Luxembourg

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