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Die verwandlung

Franz Kafka / Frank Hoffmann

Wiederaufnahme

 

ABGESAGT!

06.01.2021, 20.00

07.01.2021, 20.00

08.01.2021, 20.00

10.01.2021, 17.00

Wiederaufnahme

 

Es gibt solche Tage, da will man einfach nur im Bett bleiben: Dies frühzeitige Aufstehn, denkt Gregor Samsa, macht einen ganz blödsinnig. Der Mensch muss seinen Schlaf haben. Doch der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer, nicht nur bei Goya.

 

Samsas Erwachen „aus unruhigen Träumen” geht nahtlos in den eigentlichen Albtraum über — der Tuchwarenvertreter muss feststellen, dass er sich über Nacht in ein Insekt verwandelt hat, und zwar eines von der unschöneren Sorte. Und, was ihm zunächst beinahe noch schlimmer erscheint: Er hat verschlafen, den Zug verpasst, die ewige Tretmühle des reisenden Vertreters gleichsam im Schlaf zum Erliegen gebracht. Die Familie, deren einziger Versorger der selbstlos die Schulden des Vaters abarbeitende Samsa ist, reagiert ebenso entsetzt wie der Prokurist seiner Firma, welcher sogleich Betrug wittert. 

 

Der Sohn wird in der eigenen Wohnung zum Fremdkörper, sein Zimmer zur Gefängniszelle, schließlich zur Müllhalde. Am Schluss stehen Isolation und Vernichtung, der Tod eines Handlungsreisenden und ein bizarres, scheinbar befreiendes Happy End: Der Lockdown ist vorbei.

 

Franz Kafkas 1912 entstandene Erzählung Die Verwandlung behandelt den Existenzkampf eines Menschen, der schon vor der Metamorphose anders war als die anderen — ein Künstler unter Spießern vielleicht, wie Nabokov bemerkt hat, für den einzig die Verwandlung in ein „ungeheueres Ungeziefer” einen Ausweg aus den verhassten ökonomischen Abhängigkeitsverhältnissen bietet. Dieses moderne Gräuelmärchen erzählt vom erbarmungslosen Blick der Anderen und der graduellen Entmenschlichung des Einen.

 

Nach Blumfelds Hund (1992) und der Bearbeitung von Das Schloss (2001) hat sich Frank Hoffmann zum dritten Mal einem Werk Kafkas gewidmet, im kongenialen Bühnenbild des bedeutenden deutschen Malers Ben Willikens. Er inszenierte den Text eben nicht, wie dies häufig geschieht, als Monolog, sondern zeigt die Verwandlung der gesamten Familie Samsa, ihren Zerfall wie ihre Befreiung. Fabian Krüger, der zuletzt zahlreiche Hauptrollen am Wiener Burgtheater spielte, ist in der Rolle des Gregor erstmals in Luxemburg zu sehen.

 

So inszeniert Frank Hoffmann mit diesem Kafka einen heftigen, eingängigen, in Bühnenkunst und Darstellung gelungenen Theaterabend. Empfehlenswert. D‘Land

Regie Frank Hoffmann

Bühne Ben Willikens

Bühnenbildmitarbeit Bernhard M. Eusterschulte

Kostüme Susann Bieling

Musik René Nuss

Dramaturgie Florian Hirsch

Regieassistenz Mahlia Theismann

Regiehospitanz Laura von Blanckenburg, Christophe Bleser

 

Mit François Camus, Maria Gräfe, Fabian Krüger, Ulrich Kuhlmann, Monique Reuter, Milena Arne Schedle, Annette Schlechter

Produktion Théâtre National du Luxembourg

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