Die spieler

nach Fjodor M. Dostojewski / Frank Hoffmann

04. & 05.01.2020

Deutsches Theater Berlin

Pressestimmen

"Der bankrotte General, die verzweifelt klamme Stieftochter, der verwirrt verliebte Hauslehrer, die Goldsucher, die nach der erwarteten Erbschaft der siechen Tante im fernen Petersburg gieren – Hoffmanns großartiges Ensemble erfüllt sie mit so viel Leben, wie es diese untoten Figuren zulassen. Seine Dostojewski-Adaption ist Schauspieler*innen-Theater im besseren Sinn, bei dem Ulrich Genauers wütend rast- und hilfloser Hausloser Alexej und Jacqueline Macaulays zunehmend auseinanderfallende verzweifelt lebenssuchende Polina besonders herausstechen. Es übersetzt die Verzweiflung Entwurzelter, aus der Gesellschaft fallender, selbstbetrügerischer Mitspieler in Gestik, Handlung, Mimik, in das nachvollziehbare Vokabular von Menschen, die sich selbst zum Spielball fremder Kontrolle, eines als letzten Ausweg begriffenen „Glücks“ reduzieren (lassen). Der Abend zeichnet diese Entwicklung wirkungsvoll nach: Wie die vermeintlich Unabhängigen sich langsam aber sicher in Richtung Spielscheibe bewegen, dort auf die quicklebendige Erbtante, gespielt vom wie immer großartigen Wolfram Koch, treffen, sich das schwarze Loch in Bewegung setzt, um sie im Spielrausch zu verschlingen – das entwickelt einen Sog, der den unausweichlichen Niedergang sich Aufgebender, sich in Illusionen verfangender Gestriger nicht nur sicht-, sondern auch fühl-, ja, fast greifbar macht. Auch wie die Tante, ab Ende nackt bis auf die Unterwäsche, sich selbst fangen lässt, der Reichtum sich als trügerisch erweist, weil er eben „nur“ Geld ist."

-Stefan Krieger, Stage and Screen

Fotos: Birgit Hupfeld

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