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Die Reise. Ein Trip

Nach Bernward Vesper/Kathrin Herm

 

Uraufführung

20.05.2021, 20.00

21.05.2021, 20.00

22.05.2021, 20.00

 

Im August 1969 kündigt Bernward Vesper, Sohn des protestantischen Blut-und-Boden-Dichters Will Vesper und Verlobter der RAF-Mitbegründerin Gudrun Ensslin, die ihn für Andreas Baader verließ, ein Buchprojekt an: die detaillierte Schilderung eines 24-stündigen LSD-Trips, vermischt mit aktuellen Reflexionen und autobiographischen Passagen.

 

Auf diese Weise entsteht einer der radikalsten Texte des 20. Jahrhunderts, ein uferloser Brief an den Vater — und an den eigenen Sohn. Die Reise ist kein Roman, kein Essay, keine Chronik, keine Beichte, sondern all dies zusammen, ein Spiel zufälliger elektrischer Ströme auf meiner Großhirnrinde. Bernward Vesper, der sich gegen den bewaffneten Kampf entscheidet, aber lieber einen Frontalunfall baut, als stillzustehen, begibt sich im Rausch auf einen Road Trip durch Europa, eine Reise zu sich selbst, ans Ende der Nacht. Der laut Selbstauskunft „langsam ausgeflippte” Autor konnte das Buch nicht vollenden. Erst sechs Jahre nach seinem Suizid in einer psychiatrischen Anstalt erschien das Großfragment in einer von Jörg Schröder edierten Fassung — und erfuhr im „Deutschen Herbst“ 1977 mit den Toten von Stammheim enorme Aufmerksamkeit, nicht zuletzt als bedeutendes Zeitdokument der 68er-Bewegung.

 

Was kann uns Vespers einzigartiger Bestseller heute — 50 Jahre nach Gründung der RAF, in Zeiten neuer Emanzipationsbewegungen wie „Black Lives Matter” und „Fridays for Future”, aber auch eines zunehmend bedrohlicher werdenden Rechtsextremismus — erzählen?

 

Das Performance-Kollektiv tangent.COLLABORATIONS geht in einer wienerisch-luxemburgischen Koproduktion mit Vespers „Roman-essay” auf die Reise und macht dieses Monster von einem Text mit drei Schauspieler*innen in einer multimedialen Bühnenperformance erfahrbar. Orte, Situationen und Zeitebenen verweben sich in der Arbeit der jungen Regisseurin Kathrin Herm zu einem dichten Netz aus Kindheitserinnerungen, luziden wie megalomanischen Gesellschaftsanalysen und bewusstseinsveränderndem Horrortrip. Those who cannot remember the past are condemned to repeat it, schreibt der spanische Philosoph George Santayana.

 

Nehmt keine Drogen, schaut euch das an!

Der Falter, Wien

 

Regie: Kathrin Herm

Bühne und Kostüme: Mirjam Stängl

Video: Tina Wilke

Musik: Pola Lia Schulten

Dramaturgie: Florian Hirsch

 

 

Mit: Aleksandra Corovic, Aaron Friesz, Robert Huschenbett

Théâtre National du Luxembourg

Eine Koproduktion: Théâtre National du Luxembourg/

tangent.COLLABORATIONS, in Kooperation mit dem Werk X-Petersplatz, Wien

Ce qu'en dit la presse

Texte

 

—  Auteur, Journal

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