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"Kunst"

Yasmina Reza / Frank Hoffmann

17.03.2022

18.03.2022

19.03.2022

Kreation

 

 

Alte Freunde sind vertraut. Da kann man sich schon mal ohne falsche Höflichkeit die Meinung sagen. „Scheiße“ war allerdings nicht die Reaktion, die Serge erwartet hatte. Ja, sein neues Gemälde ist radikal.

 

Über Kunst lässt sich natürlich auch streiten. Aber Beleidigungen gehen doch zu weit. Vielmehr bestätigt das nur Serges Verdacht, dass Marc mit der Zeit etwas bitter geraten ist. An der Seite des dritten Freundes Yvan, der sich weigert, den Schiedsrichter im avantgardistischen Grabenkampf zu geben, wird dann auf einmal in alle Richtungen geschossen, scharf und ohne Rücksicht auf Verluste.

 

Am komplett weißen Ölgemälde entblößen sich die Risse einer langjährigen Freundschaft. Der Zeitpunkt, sie anzusprechen, ist lange vorbei. Aber der Anlass, sich an ihnen zu stören, begleitet die seltenen Treffen. Als dann die Unstimmigkeiten zutage treten, bricht aus den Freunden heraus, was sich all die Jahre angestaut hat. Ungeschönt landet alles auf dem Tisch, was an den Anderen stört. Einig sind sich alle nur darin gleichermaßen: Etwas mehr Humor, bitte schön!

 

Das Stück heißt „Kunst“. Nicht umsonst setzt Yasmina Reza den Titel ihres Werkes, das ein Welterfolg wurde, in Anführungszeichen. Es geht um Kunst, es geht aber auch um Sprache. Vor kurzem hat Frank Hoffmann am TNL Yasmina Rezas Le Dieu du carnage inszeniert, das über mehrere Spielzeiten sehr erfolgreich lief. Auch diesmal versucht er, aus dem für Reza typischen Sprachgefecht ein Spektakel für alle Sinne zu machen.

 

Die Koproduktion mit dem Schauspiel Leipzig erlebt dort im Oktober 2021 ihre Premiere. In Luxemburg wird „Kunst“ an einem besonders passenden und auch besonders emblematischen Ort gezeigt: im MUDAM, dem Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean.

 

Regie: Frank Hoffmann

Bühne & Kostüme / Ausstattung: Susann Bieling

Dramaturgie: Marleen Ilg

Regieassistenz: Julia Franzen

Hospitanz: Kassandra Frey

Ton: Heribert Weitz

Licht: Veit-Rüdiger Griess

 

Mit: Wenzel Banneyer, Christoph Müller, Denis Petković

Premiere am 17. März, 2022 um 20.00 Uhr

18., 19. März, 20.00 Uhr

MUDAM

 

Eine Koproduktion: Schauspiel Leipzig, Théâtre National du Luxembourg,

Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean, Kunsthalle der Sparkasse Leipzig

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