Masse mensch-

Akte Rabinovitz

Nach Ernst Toller / Christoph Kalkowski

Kreation

ABGESAGT

14.05.2020 20h00

15.05.2020 20h00

16.05.2020 20h00

Aus dispositionellen Gründen sind alle drei Vorstellungen abgesagt. Wir versuchen, sie in der nächsten Spielzeit nachzuholen.

Europa ist in Aufruhr. In Deutschland geht die Revolution auf die Straßen. Und wird niedergeschlagen. Ernst Toller schreibt sehr eindringlich: Jeder, der hören wollte, hat hören können. Jeder, der wissen will, muss wissen. Wer nicht hörte, wollte nicht hören, wer nicht weiß, will nicht wissen. Wer vergisst, will vergessen.

 

Deutschland im November 1918 bis zum Mai 1919: Irenes Ehemann, ein Bürgerlicher und Handlanger der Bankiers, droht mit Scheidung, weil die Gattin das Staatswohl schädige und den inneren Feind unterstütze. Irene ist nicht erpressbar. Dem Staat des Gatten will sie die Maske von der Mörderfratze reißen. Doch die Pazifistin Irene gerät mit ihren Idealen zwischen den unvorhersehbaren Sturm wider- strebender Massen. Die Arbeiter wollen dem Sterben in den Schützengräben ein Ende machen, indem sie die Maschinen in den Rüstungsfabriken stürmen. Irene ruft zum Streik auf. Ihr Widerpart, der Namenlose, ruft: „Revolution!“ Irene will neues Morden verhindern. Der Namenlose setzt sich gegen Irene durch. Die Arbeiter unterliegen. Irene wird gefangengenommen und hingerichtet.

 

Ernst Toller (1893-1939) schrieb sein expressionistisches Drama Masse Mensch im Gefängnis Niederschönenfeld, nachdem er kurz nach den vier berüchtigten bayerischen Wochen im Frühjahr 1919, in denen gleich zwei Räterepubliken unter Mitwirken Tollers als zeitweiliger Vorsitzender der bayerischen USPD verschlissen wurden, festgenommen wurde. Masse-Mensch, sagte Toller, ist eine visionäre Schau, die in zweieinhalb Tagen förmlich aus mir brach.

 

Autor Ben Neumann und Regisseur Christoph Kalkowski adaptieren Masse Mensch für ein heutiges Publikum. Sie schlagen die Akte Rabinowitz auf und hinterfragen die eigene Verantwortung in Zeiten notwendiger gesellschaftlicher Veränderungsprozesse. Akte Rabinowitz ist eine exemplarische Auseinandersetzung mit der Frage nach dem persönlichen Handeln, den Grundwerten unserer Gesellschaft und einem Traum von einem besseren Leben. Wie sehr habe ich für diese Welt gekämpft? Kämpfe ich für alle, oder nur für mich? Und heiligt der Zweck alle Mittel? Ewig hoffen und klagen, oder zu den Waffen greifen und Fakten schaffen.

 

In der hoch aktuellen und temporeichen Fassung, die bereits als Hörspielversion vorliegt, spielen die prominente deutsche Schauspielerin Jana Schulz und der Luxemburger Nickel Bösenberg neben dem dynamischen Chor der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch aus Berlin.

Idee und Regie Christoph Kalkowski

Bearbeitung Ben Neumann

Musik jayrope

Chorleitung Petra Hartung

Produktionsleitung Antje Rose 

Mit Jana Schulz, Nickel Bösenberg u.a.

und einem Chor aus der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin

Koproduktion Théâtre National du Luxembourg, Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin

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