• Details
  • Calendrier
  • WELTENBRAND

       Jeunes, Jugend, Theater, Théâtre

    Metteur en scène :

    Erik Schäffler

    Musique :

    Markus Voig

    Avec :

    Michael Bideller, Oliver Hermann, Markus Voigt

    Une production :

    Axensprung Theater Mit der Unterstützung der Deutschen Botschaft in Luxemburg

  • Tickets Mercredi
    14 novembre 2018
    20:00
Layout 1
301

WELTENBRAND

Eine Theatercollage über den Ersten Weltkrieg

 

Weltenbrand ist ein Versuch, das Unbegreifliche dieser europäischen Katastrophe fassbarer zu machen, die Annäherung an eine Generation, „die vom Kriege zerstört wurde, auch wenn sie den Granaten entkam“, wie Erich Maria Remarque schrieb.

 

Vor hundert Jahren brach mit dem Ersten Weltkrieg die Urkatastrophe über den europäischen Kontinent herein. Sie dauerte vier Jahre. Er war der erste „moderne“ Krieg, gekennzeichnet durch die Mobilmachung aller menschlichen, wirtschaftlichen und industriellen Ressourcen. An den Fronten im Osten wie im Westen verwüstete er weite Landstriche und trieb ganze Provinzen in den Ruin. Drei Kaiserreiche tilgte er von der politischen Landkarte. Fast zehn Millionen Soldaten verloren in ihm ihr Leben – Menschen jeglicher Nationalität, Herkunft, Religion und Hautfarbe. Sie waren Söhne, Brüder, Ehemänner und Väter. Dazu kamen ca. fünf Millionen tote Zivilisten: Kinder, Frauen, alte Menschen.

 

Weltenbrand basiert auf dem Roman Heeresbericht (1930), in dem der Autor Edlef Köppen seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg verarbeitet. Wie viele andere zieht der junge Kriegsfreiwillige Reisiger euphorisch in den Krieg. Erst begeistert und mit Pflichtgefühl, dann mit zusammengebissenen Zähnen und schierer Verzweiflung wird er mehr und mehr der irrsinnigen Maschinerie des Krieges ausgesetzt. Er gerät in den zermürbenden Kriegsalltag im Schützengraben, in sinnloses Trommelfeuer, Kavalleriemassaker und Gasangriffe, wird verletzt, kehrt freiwillig zurück und erlebt, eingeholt von der Realität des Grauens und der Zerstörung, ernüchtert den Zerfall jeder Moral.

 

Mit zeitgenössischen Zitaten und Fotos, vertonten Gedichten August Stramms, Bildern von Otto Dix und einer Ebene aus Geräuschen und Musik verbindet sich in Weltenbrand die Geschichte zu einem zeitlosen und intensiven Theatererlebnis. Dieser Abend unter der Regie von Erik Schäffler zeigt, dass eine kleine Form mit ganz wenig Mitteln eine größtmögliche Wirkung erzielen kann. Am Beispiel der Generation unserer Groß- und Urgroßeltern wird auf beklemmende Weise klar, was Krieg mit dem Einzelnen macht. Damals wie heute.

 

Atmosphärisch zuweilen auf das Äußerste verdichtet, ist ‚Welten-brand‘ das wohl beklemmendste Stück Erinnerungsarbeit zum Ersten Weltkrieg, das Hamburg im Gedenkjahr 2014 zu bieten hat. Der Zivilisationsbruch jener mörderischen Jahre, er wird körperlich spürbar. taz

 

Regie: Erik Schäffler

Komposition & Musik: Markus Voigt

Textbearbeitung: Michael Bideller

 

Mit: Michael Bideller, Oliver Hermann, Markus Voigt

Eine Produktion: Axensprung Theater

Mit der Unterstützung der Deutschen Botschaft in Luxemburg