• Details
  • Calendrier
  • Faust 2.0

       Théâtre

    Auteur :

    Tomo Mirko Pavlovic nach J.W. von Goethe

    Metteur en scène :

    Bernhard M. Eusterschulte, Johanna Niedermuller

    Décors :

    Bernhard M. Eusterschulte

    Costumes :

    Bernhard M. Eusterschulte

    Dramaturgie :

    Andreas Wagner

    Avec :

    Margita Goscheva, Marc Baum, Fabiola Dalia Petri, Christoph Keller, Georgi Novakov, Vasil Duev

    Une coproduction :

    TART, Théâtre National du Luxembourg,Theater-Labor Sfumato(Sofia), Theater Radu Stanca (Sibiu), Theater Schlachthaus Bern, Produktionszentrum Tanz und Performance, Theater Rampe

    Lieu de production :

    Théâtre National du Luxembourg, Kolloquium

  • Tickets Mardi
    05 novembre 2013
    20:00
    Tickets Mercredi
    06 novembre 2013
    20:00
    Tickets Jeudi
    07 novembre 2013
    10:00
    Tickets Jeudi
    07 novembre 2013
    20:00
    Tickets Vendredi
    08 novembre 2013
    20:00
TNL Saison 08/09
213

Faust 2.0

Der Tragödie erster Teil endet in der Flucht des Protagonisten, Hals
über Kopf. In Der Tragödie zweiter Teil versucht Faust, sich von der
nicht besonders rühmlichen Vergangenheit zu befreien. Und wie
geht es ihm heute?
Für einen gut zweihundertjährigen präsentiert sich Faust in beneidenswerter
Verfassung. Einst hat er Drogen genommen, ein Mädchen
geschändet, sich mit Huren herumgetrieben, nach ewiger
Jugend gesehnt – und den Satan angebetet. Alles vorbei. Nach einem
langen Schlaf wacht er auf, scheint er unverwundbar, glatt, alterslos,
unnahbar, gierig nach Mensch und Material, nicht nach Sinn. Faust
kann nicht nur Geld beschaffen und waschen und vermehren und
investieren, er lässt nicht nur billig Hemden und T-Shirts nähen, er
kauft nicht nur Sklavinnen mit slawischen Wangenknochen, nein, er
verwandelt auch das Meer, die Strände in wertvolles Bauland, baut
Golfplätze und Hotelburgen, vertreibt Fischer und Arbeiter aus ihren
Häusern, von ihren Höfen. Niemand widersteht ihm. Faust ist überall,
hinter jeder Ecke lauert er, in jedes Hirn nistet er sich ein – und
doch ist er nirgendwo. Was er berührt, wird Ware, verschwindet, wird
bedeutungslos. Faust manipuliert korrupte Provinzpolitiker, ruiniert
ganze Staaten, verführt die begehrenswertesten Frauen. Schöne
Frauen wie Jelena, die für die Fausts dieser Welt den Reichtum mehren.
Fausts Macht ist dämonisch. Und dabei verkauft er nicht einmal
seine Seele. Denn er besaß nie eine.
Hat das gewaltige Werk des Olympiers Johann Wolfgang von Goethe
heute an Brisanz verloren? Nein! Der 1971 in Stuttgart geborene
Dramatiker Tomo M. Pavlovic treibt den Fauststoff Goethes in die
Gegenwart des heutigen Europa. Wir begegnen einem Faust, den wir
zu kennen glauben, einem Menschen, der weiter muss, hinauf, auch
für ein Spiel, auch wenn´s heiß wird.
Bernhard M. Eusterschulte, der am TNL zuletzt mit der Inszenierung
von Heiner Müllers Hamletmaschine für Aufsehen gesorgt hat,
vereint in Faust 2.0 Künstler aus Deutschland, Luxemburg, Bulgarien,
Rumänien und der Schweiz. Es entsteht ein interkulturelles
Schauspielprojekt, zu dem das Institut Pierre Werner und die Universität
Luxemburg ein Kolloquium veranstalten.