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Saison 2009/2010
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JEDER ENGEL IST SCHRECKLICH

Franziska Walser und Edgar Selge sprechen die Duineser Elegien von Rainer Maria Rilke

Mit: Franziska Walser und Edgar Selge


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Di 26.01.10 - 20:00 Théâtre National du Luxembourg (vorbei)
Mi 27.01.10 - 20:00 Théâtre National du Luxembourg (vorbei)


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1922 ist das Jahr, in dem drei Werke vollendet wurden, die für die moderne Weltliteratur von epochaler Bedeutung sind: der Roman Ulysses von James Joyce, T. S. Eliots The Waste Land und die Duineser Elegien des damals 47-jährigen Rainer Marie Rilke.

Der Sinn menschlichen Daseins ist das Thema der zehn Elegien, die ihren Namen nach dem Entstehungsort tragen: Klagegesänge, deren Musik die Sprache ist, Verse von betörender Schönheit, ein lyrisches Meisterwerk, das zum Vollkommensten gehört, was in deutscher Sprache geschrieben wurde.

Die berühmtesten Verse der Duineser Elegien hat Rilke gehört, bevor er sie schrieb. Nach eigener Aussage bekam er den Anfang seines großen Gedichts von einer fremden Stimme diktiert. Im Januar 1912 war er Gast der Fürstin Marie von Thurn und Taxis in deren Schloß Duino an der Adriaküste. Ein Spaziergang führte ihn eines Morgens auf einen schmalen Weg über Felsen, die mehr als 60 m steil ins Meer abfielen. Da war ihm plötzlich, "als ob im Brausen des Sturmes eine Stimme ihm zugerufen hätte: ‚Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?' Lauschend blieb er stehen. ‚Was ist das?' flüsterte er halblaut,'was ist es, was kommt?'" Es kam - noch am selben Tag - die ganze erste Elegie, kurz darauf erfolgte die Niederschrift der zweiten. Anfang Februar 1922 in einer Art Inspirationsrausch an seinem letzten Lebensort, Schloß Muzot im Wallis, erfolgte die Vollendung der Elegien.

Es war auch um diese Zeit, als Rilke in Luxemburg auf Schloß Colpach bei Aline Mayrisch de Saint-Hubert zu Gast war. Jetzt kehrt er gleichsam zurück, getragen von zwei wundervollen Schauspielern.

Edgar Selge, der große Theater- und Filmschauspieler, ist als einarmiger Kommissar Tauber einem breitem Publikum bekannt geworden. Franziska Walser sticht durch ihre bewegenden Interpretationen sowohl auf der Bühne wie vor der Kamera immer wieder hervor. Beide waren lange Jahre gemeinsam bei den Münchner Kammerspielen engagiert.

Selge und Walser durchdringen Rilkes Text, und der Zuschauer bleibt atemlos zurück. Ein Erlebnis.


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