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       Theater, Théâtre

    Regie :

    Roberto Ciulli und Maria Neumann

    Bühne :

    Roberto Ciulli und Maria Neumann

    Dramaturgie :

    Roberto Ciulli und Maria Neumann

    Licht:

    Thorsten Scholz

    Mit:

    Roberto Ciulli und Maria Neumann

    Eine Produktion:

    Theater an der Ruhr

    Ort der Produktion:

    Théâtre national du Luxembourg

  • Tickets Mittwoch
    13 Februar 2019
    20:00
    Tickets Donnerstag
    14 Februar 2019
    20:00
    Tickets Freitag
    15 Februar 2019
    20:00
Layout 1
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PEER GYNT

Einführung zum Stück von Simone Beck

 

Peer ist ein Träumer, ein Lügner, der sich mit der Märchenwelt identifiziert, seiner Phantasie freien Lauf lässt. Wer länger auf dem Meer unterwegs ist, erliegt auch den Trugbildern, die die Wolken bilden. Viele Rollen hat er angenommen und muss feststellen, dass er völlig unbedeutend ist. Alles Fassade.

 

Peer Gynt belügt seine Mutter, verführt die Frauen und weiß kein Geld zu verdienen. Er ist ein Prahler, den die Menschen nicht mögen. So verlässt er das triste bäuerliche Nest, in das er geboren wurde, mit dem Ziel, Kaiser der Welt zu werden. Er reist durch die Kontinente und die Zeiten, begegnet Trollen und Dämonen, handelt mit Waffen und wird zum reichen Mann. Affen greifen ihn an und treiben ihn in die Wüste. Enttäuscht und verarmt landet er in Kairo in einem Irrenhaus. Dort krönen ihn die Insassen zum Kaiser der Selbstsucht. Als alter Mann, nach durchwanderten Jahren, während derer er unzählige Identitäten angenommen und abgestreift hat, häutet er sich, Schicht um Schicht, Existenzform um Existenzform, und findet doch keinen Kern. Das erschüttert ihn, Identität erweist sich als Konstrukt.

 

In wenigen Monaten verfasste Henrik Ibsen 1867 Peer Gynt im italienischen Exil. Im Zeitalter des aufstrebenden bürgerlichen Liberalismus schuf er das Epos eines „Ich-Verwirklichers“, der loszieht, um seine eigenen Träume zu erfüllen und als erfolgreiches Individuum ein erfülltes Leben zu leben. Und dabei scheitert.

 

Der bedeutende italienisch-deutsche Regisseur Roberto Ciulli reduziert zusammen mit der großen Schauspielerin Maria Neumann Ibsens Meisterwerk auf seine Essenz. Ciulli und Neumann spielen beide den Peer, spielen beide aber auch alle anderen Figuren. Eine offene, eine kühne Behauptung. Zu sehen ist die Lebensgeschichte eines Gescheiterten in Schlaglichtern, wie sie in der Erinnerung des alten Peer Revue passieren: im 90-minütigen Konzentrat.

 

Ein starker, ein magischer Theaterabend. Ruhrnachrichten

 

Maria Neumann und Roberto Ciulli zelebrieren das dramatische Gedicht als ein solches, atemlos hasten beide durch Rollen und Szenerien, wälzen sich auf Tisch und Bett, atemlos sitzen sie da, starr vor dem Berg aus Leben, den sie da hinaufsteigen müssen. Ein grandioses Duo, für das jedes Adjektiv zu gering erscheint. Beide sind alle und alles, und wenn es still wird, wird es besonders stark. Trailer

 

Regie, Raum und Dramaturgie: Roberto Ciulli und Maria Neumann

Kostüm: Heinke Storck

Lichtgestaltung: Thorsten Scholz

Ton: Fritz Dumcius

 

Mit: Maria Neumann und Roberto Ciulli

Eine Produktion: Theater an der Ruhr