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       Theater, Théâtre

    Autor:

    Gerhard Zahner

    Texte :

    Gerhard Zahner

    Regie :

    Didi Danquart

    Musik :

    Cornelius Schwehr

    Mit:

    Luc Feit

    Ort der Produktion:

    Théâtre National du Luxembourg

  • Tickets Samstag
    13 Mai 2017
    20:00
    Tickets Sonntag
    14 Mai 2017
    17:00
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DIE ANTRITTSVORLESUNG

Nach dem Monolog “Die Liste der Unerwünschten”

 

Hier geht es zum Trailer: https://vimeo.com/182988747

 

Hans Robert Jauß, berühmter Romanist der Nachkriegszeit und Begründer der Rezeptionsästhetik, hielt 1967 an der Universität Kons-tanz seine Antrittsvorlesung „Literaturgeschichte als Provokation der Literaturwissenschaft”, die weltberühmt wurde. Zu seiner Rolle in der Waffen-SS hatte er Zeit seines Lebens ein „taktisches Verhältnis”: Er verschwieg es!

 

Gerhard Zahners Monolog Die Liste der Unerwünschten oder Die Antrittsvorlesung handelt von Hans Robert Jauß, gestorben 1997, berühmt bis heute. Jauß: der Begründer der Rezeptionsästhetik. Jauß: Gründer, gemeinsam mit Hans Blumenberg und Wolfgang Iser, der Forschergruppe “Poetik und Hermeneutik”. Und Hans Robert Jauß: der SS-Mann.

 

1944 gab es etwa 8000 freiwillige Franzosen in den Reihen der Wehrmacht, die zwangsweise der Waffen-SS unterstellt wurden. Man schuf hierfür die Inspektion Charlemagne, geleitet von SS-General Gustav Kruckenberg. Sein Verbindungsoffizier war – Hans Robert Jauß. Die Aufgabe dieser Inspektionen: Wer den Vorstellungen der Waffen–SS nicht entsprach, wurde ins Konzentrationslager oder ins Arbeitslager geschickt; die entsprechenden Listen trugen die Überschrift „die Unerwünschten“.

 

In Zahners Die Antrittsvorlesung spricht Jauß nun statt über Litera-turgeschichte von seiner NS-Vergangenheit – relativierend, rechtfertigend und widersprüchlich. Der Regisseur Didi Danquart und der Schauspieler Luc Feit beschreiben in ihrer Inszenierung diese allegorische Sekunde, wenn die Lüge die Wahrheit berührt.

 

Gerhard Zahner ist Rechtsanwalt, Autor und Kritiker. Der Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent Didi Danquart erhielt für seinen Kinospielfilm Viehjud Levi nach dem gleichnamigen Theaterstück von Thomas Strittmatter den Caligari-Filmpreis der Berlinale 1999. Seit 2009 hat Didi Danquart einen Lehrstuhl für Spielfilmregie an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln. Aus der Antrittsvorlesung ist auch ein Film entstanden.

 

Das unerwünschte Theater. Dass die Bühne zum Ort einer Debatte werde, die weit über sie hinausweist. Nachtkritik

 

Wie braun war dieser Professor wirklich? Erst ehrgeizig in der SS, dann groß als Romanist … Die Welt