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Armin Petras

Armin Petras inszeniert am Nationaltheater in Luxemburg

Worldpremiere

Armin Petras inszeniert am Nationaltheater in Luxemburg

In seiner neuesten Inszenierung „EUROPE – My Heart Will Be Broken and Eaten“ zeigt Armin Petras auf drei Leinwänden eine gespaltene Sicht auf Ost- und Westeuropa, einen historischen und gleichzeitig persönlichen Rückblick, eine politische und private Vorschau. Wir begleiten eine junge Frau durch die Straßen westeuropäischer Städte. Rastlos und immer unterwegs, telefoniert sie mit einem Mann.

„EUROPE – My Heart Will Be Broken and Eaten“ basiert auf dem Theatertext des rumänischen Schriftstellers Salat Lehel, der inspiriert ist von Jean Cocteaus „La voix humaine“, dem atemlosen Telefonmonolog einer verzweifelten Frau, den wir auch aus Filmen mit Ingrid Bergmann und Anna Magnani kennen, mit ihrem Geliebten.

Sie leben in einer komplizierten Fernbeziehung – er wohnt in Westeuropa, hat einen guten, aber langweiligen Job, ist verheiratet und hat ein Kind, sie in Osteuropa, versucht ihren Traum als Schauspielerin zu verwirklichen und hofft auf eine bessere Zukunft.

Die Zuschauer liegen in weichen Sesseln, umgeben von den Bildern und dem Sound der Filme. Das Telefongespräch der jungen Frau (Maria Tomoiaga) ist eigentlich ein Monolog, der sich an einen Tänzer/Schauspieler (Jean-Guillaume Weis) richtet, der nur kurz im Film auftaucht, sich aber den ganzen Abend lang auf einer kleinen Bühne zwischen den Zuschauern befindet, ausgeliefert ihren Blicken, ihrem Urteil. Alles ist möglich.

Armin Petras zeigt ein scharfsinniges Stück politischer Kunst, in dem starker Realismus unaufhörlich mit mal feinen, dann verstörenden, aber auch poetischen Bildern zusammengeht. Das Spiel befragt einerseits die Beziehung zwischen Ost und West, andererseits aber auch zwischen Mann und Frau – deren Wesen verborgen bleibt, solange man den anderen nicht zu verstehen versucht.

 

Armin Petras

ist Regisseur, Autor, Intendant. Nach seinem Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin arbeitete er am Nationaltheater Mannheim, am Schauspiel Hannover, an den Münchner Kammerspielen und am Thalia Theater Hamburg. Als Oberspielleiter war er am Theater Nordhausen, sowie als Hausregisseur am Schauspiel Leipzig und als Schauspieldirektor am Staatstheater Kassel engagiert.

Dann ging er als Hausregisseur ans Schauspiel Frankfurt und leitete dort die Spielstätte in der Schmidtstraße. Im Jahr 2006 übernahm er für sieben erfolgreiche Spielzeiten die Intendanz des Maxim-Gorki-Theater Berlin. Von 2013 bis 2018 leitete er als Intendant das Schauspiel Stuttgart.

Daneben ist Petras auch als Autor von Bühnenstücken bekannt, die er unter seinem eigenen Namen und als Fritz Kater schreibt. Für sein Stück “zeit zu lieben zeit zu sterben” wurde Kater in der Inszenierung von Petras 2003 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet. Sieben Mal war Petras zu den „Stücken“ in Mülheim eingeladen, in der Jahresumfrage der Zeitschrift „Theater Heute“ wurde er zum Dramatiker des Jahres gewählt.

Für sein Gesamtwerk erhielt Fritz Kater 2008 den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis, Petras arbeitet seit dieser Spielzeit als Hausregisseur am Theater Bremen und als freier Regisseur am Deutschen Theater Berlin, am Düsseldorfer Schauspielhaus, und nun auch am TNL.

 

Eine Produktion des Théâtre National du Luxembourg

Dank an das Theatre-Laboratory Sfumato in Sofia, das Yugoslav Drama Theatre in Belgrade und an Labriel Hille und Klaus Dörr

Regie: Armin Petras; Kamera: Armin Petras und Jochen Gehrung; Schnitt: Jochen Gehrung, Konzept und Dramaturgie: Ruth Heynen; Einrichtung: Christoph Rasche; Licht: Zeljko Sestak

 

Assistenz: Sarah Rock

Übertitel: Mandy Thiery

Praktikum: Mélody Jouen

 

12. Januar 2019 um 20 Uhr

13. Janaur um 17.00 Uhr

30. und 31. Januar um 20 Uhr

1. und 2. Februar um 20 Uhr