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« Die Spieler » erfolgreich in Hannover

https://www.cellesche-zeitung.de/Weltgeschehen/Kultur/Theater-Habseligkeiten-verzockt-Das-Spiel-ist-aus

Hannover

 

Hochkarätiges Gastspiel beim Staatstheater: Das Théâtre National du Luxembourg zeigte in der ausverkauften Cumberlandschen Galerie „Die Spieler“, eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen und dem Schauspiel Hannover. Und es ging rund, nicht nur wegen der kreisförmigen Bühne, um die herum sich das Publikum verteilte.

Das ist schon alles erstklassig, aber noch zu toppen. Statt des von allen sehnlichst erwarteten Telegramms, dass die Erbtante endlich verstorben sei, erscheint die Dame selbst. Erweist sich als durchaus rüstig, glänzt mit Rundumschlag-Beleidigungen und macht sich daran, ihr gesamtes Vermögen zu verspielen. Wolfram Koch spielt sie und hält bei aller komödiantischen Raffinesse stilsicher alberne Klischees auf Distanz: Die Balance stimmt haargenau.

Am Schluss heißt es gleich in mehrfacher Hinsicht „Das Spiel ist aus“. Die Figuren haben ihre Habseligkeiten verzockt, und der Theaterabend geht zu Ende. Nicht ohne einen ebenso herzlichen wie verdienten Schlussapplaus.

Von Jörg Worat, Cellesche Zeitng

 

http://www.haz.de/Nachrichten/Kultur/Region/Gastspiel-aus-Luxemburg-Die-Spieler-auf-der-Cumberlandschen-Buehne

 

Frank Hoffmann inszeniert Dostojewskis Roman (der durchaus autobiografische Züge trägt) als dampfendes Schauspielertheater, mit Lust an der Verstellung, starken Emotionen und einer erstaunlichen Nähe zum Publikum.

Frank Hoffmann hat das Glück, mit einem großartigen Ensemble zu arbeiten. Wolfram Koch spielt die reiche Großmutter, die am Rouletttisch ein Vermögen verzockt, Ulrich Gebauer ist der Hauslehrer, der der wunderbaren Polina (Jacqueline Macauly) verfallen ist und ihr zu Liebe einige Dummheiten anstellt. Ulrich Kuhlmann ist der General, der alles längst verspielt hat und immer weitermachen will, und Nora Koenig spielt die Engländerin Miss Astley und den geheimnisvollen Croupier mit bemerkenswerter Ruhe und Kontrolliertheit.

Einen oder mehrere Erzähler, Mehrdeutigkeit der Rollen, Überlagerungen der Perspektiven – alles, was man gemeinhin bei postdramatischen Romanadaptionen so erwarten kann, gibt es hier nicht. Dafür aber: Lauter starke Spieler!

Von Ronald Meyer-Arlt  Hannoversche Allgemeine Zeitung