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Hausautor Rafael David Kohn inszeniert « Demandez au Président »

Szenische Lesung

In Burundi, einem der kleinsten Staaten Afrikas, herrscht ein bürgerkriegsähnlicher Zustand, seit Präsident Pierre Nkurunziza im April 2015 ankündigte, für ein drittes Mandat anzutreten, obwohl nicht geklärt war, ob die Verfassung dies erlaubte. Nkurinziza, einstiger Führer der Hutu-Rebellen und Vorsitzender des „Conseil national pour la défense de la démocratie“, setzte sich durch. Seitdem wurden bei Protesten und bewaffneten Auseinandersetzungen viele Menschen getötet, noch mehr flohen ins Ausland. Kaum etwas von diesen Informationen dringt nach außen.

 

Nkurunziza und zwei europäische Journalisten (Jean-Phillippe Rémy und Phil Moore) dienen unserem diesjährigen Hausautor Rafael David Kohn als Vorbild für die beiden Figuren seines Textes „Demandez au Président“, den der Autor/Regisseur am 16. und 17. Januar in einer szenischen Lesung am TNL vorstellen wird.

 

Dem Präsidenten gegenüber sitzt die deutsche Kriegsreporterin Susanne Kirchhoff – ohne Kontakt zur Außenwelt in einem Foltergefängnis in Burundi. In der täglichen Routine unzähliger Verhöre erkennt sie zunächst nicht, wer ihr Folterer ist. Auf seine eigene Bitte hin interviewt die Journalistin ihn und versucht mit schmerzhaften Fragen dessen Weltbild ins Wanken zu bringen. Doch im Laufe der Gespräche beginnt sie vergangene Entscheidungen zu hinterfragen, und muss mehr und mehr ihre eingesetzten Mittel rechtfertigen.

 

Rafael David Kohns Text zeichnet ein differenziertes Bild der aktuellen Lage in Burundi und erkundet die Abgründe jener Menschen, die trotz bester Absichten zu Mittätern wurden.

 

Rafael David Kohn begann seine Karriere als Bühnentechniker am Théâtre du Centaure in Luxemburg. Nach einem Studium im 4. Jahrgang „Szenisches Schreiben“ an der Universität der Künste Berlin hatte er sein Debut als Dramatiker mit einer Inszenierung seines Textes Bushmeat an den Bühnen der Stadt Gera. Bei der Uraufführung seines nächsten Theatertextes Flaschenbrand in Luxemburg 2010 führte er auch Regie. Im Jahr darauf brachte das „Theater 89“ in Berlin seinen Text Lupenrein auf die Bühne, der in der gleichen Spielzeit auch sehr erfolgreich am Théâtre National du Luxembourg gastierte. 2012 wurde sein Stück Waffensalon in das Stückebuch der „European Theatre Convention“ aufgenommen, das eine Auswahl der besten 119 neuen europäischen Theatertexte versammelt. Daneben leitet Kohn immer wieder Schreibwerkstätten und arbeitet als Regisseur in Deutschland und Luxemburg.

 

Bis heute wurden dreizehn seiner Theatertexte in Deutschland, Luxemburg, Rumänien und Togo aufgeführt. Daneben schrieb er auch Kurzgeschichten, Essays, Artikel, Drehbücher und Hörspiele. 2017 veröffentlichte er seinen ersten Roman Che Guevara war ein Mörder. In der vergangenen Spielzeit inszenierte er Escher Meedchen von Mandy Thiery am Escher Theater.

 

 

Regie: Rafael David Kohn

Dramaturgie: Ruth Heynen

Mit: Michael Ojake und Brigitte Urhausen

Premiere am 16. Januar 2019 um 20.00 Uhr

17. Januar, 20.00 Uhr