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WILHELM II. THE GRAZY ANTIWAR HISTORY RALLYE

Rockmusikdrama

Uraufführung

 

Wenn das geflügelte Wort vom „Treppenwitz der Geschichte“ auf etwas passt, dann auf diese groteske Story Wilhelms II., dem ein seltsam gnädiges Geschick erlaubte, sich jeder Strafe und Verantwortung für millionenfaches Schlachten in einem holländischen Schlösschen zu entziehen, das er von Audrey Hepburns Tante erwarb.

 

Dort, in Doorn, zog er ein, samt einer 59 Güterwaggons umfassenden Ladung aus Möbeln, Kunstwerken, Kleidern, Waffen – als gleichsam letzte Untertanengeste der ersten deutschen Republik.

Ausgesperrt aus der Geschichte, blieb ihm als Opfer nur der 35 Hektar große Park mit alten, majestätisch hohen Bäumen, die er Tag um Tag, Jahr um Jahr die letzten 20 Jahre seines Lebens zu Kleinholz schlug. Als wäre es aus einem Stück von Thomas Bernhard, gab es dazu dann noch den ergebenen Sekundanten, mehr als zwanzig Jahre lang gekettet an den manischen Pedanten, an dessen Selbst-verblendung, Launen, Hasstiraden und selbstherrliche Prahlerei. Sigurd von Ilsemann sein Name, von Wilhelm II. auch gerne „Ilsemännchen“ oder „Ilsebein“ genannt.

Die Aufzeichnungen des Flügeladjudanten sind das authentische Material, aus dem der Autor Wolfsmehl ein „Rockmusikdrama“ kreiert hat, das nach der Uraufführung bei den Ruhrfestspielen jetzt nach Luxemburg kommt, 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Welt-krieges. Achtung, es wird kein Gedenkabend. Im Gegenteil: ein verrückter, wilder Tanz am Abgrund, inszeniert von Stefan Maurer, pointiert von tollen Schauspielern und Sängern. So spielt und singt Susanne Bredehöft den letzten deutschen Kaiser.

 

Und dann ist da diese Musik von Sebastian Lohse, die auf den ersten Blick so gar nicht zum ernsten Sujet passen will. Auf den zweiten Blick aber wohl: Es entsteht ein abgefahrener Abend, an dem heftig Musik gegen den Krieg gemacht wird. Und das ist gut so!

 

Der Belehrungsfalle entgeht Wolfsmehl mit feinem historischen Gespür und geschickt-spritzigen Dialogen sowie fetzig-schräger Musik. Dem dunklen, düsteren Stoff um den epochalen Kaiser setzt er bewusst einen verrückt-modernen Kontrapunkt entgegen. Recklinghäuser Zeitung

 

Regie: Stefan Maurer; Liedtexte: Wolfsmehl; Komposition: Sebastian Lohse; Bühne und Kostüme: Alexandra Pitz; Licht: Zeljko Sestak, Michael Kohlhagen; Ton: Eike Egbers; Musikalische Leitung: Sebastian Lohse

Musiker: David Hagen, Christian von der Goltz, Matthias Trippner

Mit: Susanne Bredehöft, Thorsten Heidel, Uli Pleßmann, Jubril Sulaimon, Brigitte Urhausen

Eine Koproduktion: Théâtre National du Luxembourg, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Stadttheater Minden

 

Premiere am 5. November 2018 um 20.00 Uhr

6., 13. November, 20.00 Uhr

11. November, 17.00 Uhr